Irritiert nahm die Junges Duisburg-Fraktion zur Kenntnis, dass sich anscheinend durch einen Ratsbeschluss zur Finanzierung des Offenen Ganztages im November 2019 die Betreuungszeit in der Ferienbetreuung verkürzt hat. Dadurch ergibt sich teilweise, dass eine Betreuung nur von 8:00 Uhr bis 15:00 Uhr gewährleistet ist. „Schon für Berufstätige mit normaler 40-Stunden-Woche reicht das nicht aus“, erklärt JUDU-Fraktionschef Dr. Wedding (36), selbst zweifacher Vater.

Auch seine Fraktion habe den Beschluss Ende des Jahre 2019 zwar mitgetragen, in dem sei es jedoch hauptsächlich darum gegangen, die Beträge der Ferienbetreuung in die monatlichen Elternbeiträge des Offenen Ganztages zu integrieren. „Damit wollten wir auch Kindern die Ferienbetreuung ermöglichen, deren Eltern den zusätzlichen Beitrag zur Ferienbetreuung nicht aufbringen können. Eine Verkürzung der Betreuungszeit stand dabei aber zu keinem Zeitpunkt zur Debatte“, erklärt Wedding. Im August 2020 wurde die Politik dann seitens der Verwaltung darüber informiert, dass die inhaltliche Ausgestaltung der Ferienbetreuung noch beraten werde. „Es irritiert schon sehr, dass ich hinten herum von Eltern erfahre, dass ihnen seit den Herbstferien 2020 keine adäquate Ferienbetreuung mehr angeboten wird“, kritisiert Wedding. Seine Fraktion habe daher Anfang des Jahres eine Anfrage gestellt, um zu erfahren, wie es dazu kommen konnte – ohne Diskussion oder gar Beschluss. Außerdem wollte die Fraktion wissen, wie die Stadt gedenkt, eine für alle – also gerade auch für alleinerziehende Berufstätige – ausreichende Betreuungsmöglichkeit zu schaffen. Die schmallippige Antwort der Verwaltung: Eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe habe die Verkürzung beschlossen und werde das Angebot und die Bedarfe im Blick behalten und ggfs. Anpassungen vornehmen.

„Es ist ja nun wirklich nicht unüblich, dass Eltern bis in den späten Nachmittag arbeiten – da kann die Ferienbetreuung selbstverständlich nicht um 15 Uhr enden“, kritisiert Wedding. „Es ist schon erstaunlich, dass Menschen mit 41-Stunden-Wochen – wie es bei Beamten der Fall ist – offenbar nicht darauf gekommen sind, dass eine 35-Stunden-Kinderbetreuung in der Woche nicht ausreicht. Deswegen muss da nicht erst zukünftig, sondern jetzt dringend nachgesteuert werden – um Vollzeitverdienern und insbesondere berufstätigen Alleinerziehenden die Möglichkeit zu geben, ihre Kinder auch in den Schulferien verlässlich betreut zu wissen.“ Und zukünftig sei auch eine politische Debatte darüber wünschenswert, so der Fraktionschef abschließend.

Den Antrag finden Sie hier.