Duisburg. Ein Kind verletzt sich auf dem Spielplatz, ein Rettungswagen wird benötigt – doch wie beschreibt man der Leitstelle den genauen Standort, wenn sich der Spielplatz mitten in einer Grünanlage befindet? Mit einem gemeinsamen Antrag schlägt die Kooperation von SPD, CDU und Junges Duisburg vor, die städtischen Spiel- und Bolzplätze mit eindeutigen Notfallkennnummern auszustatten. Eine gut sichtbare Kennnummer auf den vorhandenen Spielplatzschildern soll künftig dafür sorgen, dass Rettungskräfte im Ernstfall schneller zum richtigen Einsatzort finden.

Duisburg verfügt über rund 300 städtische Spiel- und Bolzplätze. Viele davon liegen in Wohngebieten, Parks oder größeren Grünanlagen. Während einige problemlos über eine Straßenadresse zu finden sind, kann die genaue Standortbeschreibung bei anderen schwierig sein. Gerade in einer Notsituation, in der jede Minute zählt, kann das wertvolle Zeit kosten.

„Als dreifache Mutter weiß ich, wie schnell auf einem Spielplatz etwas passieren kann. Gerade Kinder kennen häufig weder den Straßennamen noch die genaue Lage des Spielplatzes. Aber auch Erwachsene können in einer solchen Situation Schwierigkeiten haben, den Standort richtig zu beschreiben. Mit einer gut sichtbaren Notfallnummer könnten sie der Leitstelle einfach mitteilen, wo Hilfe benötigt wird. Das wäre eine kleine Maßnahme, die im Ernstfall einen großen Unterschied machen kann“, erklärt Sophie Koçak, jugendpolitische Sprecherin der Fraktion Junges Duisburg.

Nach den Vorstellungen von Junges Duisburg soll jeder städtische Spiel- und Bolzplatz eine eigene, möglichst vierstellige Kennnummer erhalten. Diese könnte auf den bereits vorhandenen Spielplatzschildern ergänzt werden. Zusätzlich soll die allgemeine Notrufnummer 112 deutlich sichtbar angebracht sein.

Die Kennnummern sollen gemeinsam mit den jeweiligen Standortdaten bei der Leitstelle der Feuerwehr Duisburg hinterlegt werden. Dabei könnten auch geeignete Zufahrtsmöglichkeiten für Rettungsfahrzeuge berücksichtigt werden. Wer einen Notruf absetzt, müsste dann lediglich die Nummer des Spielplatzes nennen, damit die Leitstelle den Einsatzort eindeutig zuordnen kann.

„Wenn sich ein Kind schwer verletzt, darf keine wertvolle Zeit verloren gehen, weil der genaue Standort unklar ist. Wir wollen, dass Rettungskräfte möglichst schnell wissen, wo sie gebraucht werden. Dafür braucht es nicht immer aufwendige oder teure Lösungen. Manchmal reicht schon eine einfache Nummer auf einem vorhandenen Schild“, erklärt Frederik Engeln, Fraktionsvorsitzender von Junges Duisburg.

Mit dem Vorstoß knüpft die Fraktion zugleich an eine frühere Initiative an. Bereits 2021 hatte sich Junges Duisburg für die Ausweisung zusätzlicher Rettungspunkte im Stadtgebiet eingesetzt, um insbesondere schwer erreichbare Bereiche besser auffindbar zu machen. An diesen Gedanken knüpft der jetzige gemeinsame Antrag an und richtet den Blick gezielt auf die städtischen Spiel- und Bolzplätze.

Bei der Umsetzung setzen die drei Fraktionen auf eine möglichst einfache und kostengünstige Lösung. Gemeinsam mit den Wirtschaftsbetrieben Duisburg und der Feuerwehr soll geprüft werden, wie sich ein solches System unter Nutzung der vorhandenen Beschilderung umsetzen lässt. Besonderes Augenmerk soll dabei auf Spiel- und Bolzplätzen liegen, die sich innerhalb größerer Grünanlagen befinden oder nicht unmittelbar über eine eindeutige Straßenadresse zu erreichen sind.

Der auf Initiative von Junges Duisburg entstandene gemeinsame Antrag von SPD, CDU und Junges Duisburg wird im nächsten Jugendhilfeausschuss beraten.

Zum Nachlesen: Pressemitteilung vom 29.10.2026 als PDF · Gemeinsamer Antrag von SPD, CDU und Junges Duisburg

Bild: Symbolbild. Die dargestellte Standortnummer ist beispielhaft und noch kein bestehender Rettungspunkt.

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